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„Die Kleinen werden von der Ampel benachteiligt“

NORDSACHSEN. Diese Woche ist die Haushaltswoche im Deutschen Bundestag. Die Ampel will das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“, das seit 2011 die sprachliche Bildung fördert, ersatzlos streichen. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat diese Woche im Bundestag beantragt, die Sprach-Kitas zu retten und das Förderprogramm weiterzuführen. Dazu erklärt die nordsächsische Bundestagsabgeordnete Christiane Schenderlein (CDU): „Die Ampel hält nicht Wort und benachteiligt Kita-Kinder: Während sie im Koalitionsvertrag noch vollmundig die Weiterentwicklung der Sprach-Kita-Förderung angekündigt hat, wird die Bundesfamilienministerin nur acht Monate später zur Erfüllungsgehilfin des Bundesfinanzministers. Das ist eindeutig an der falschen Stelle gespart.“

Der Wegfall der Förderung würde ein riesiges Loch in die ohnehin angespannte Betreuungssituation reißen. Hier in Nordsachsen stünden sechs Kitas ohne Sprachförderung da, darunter die Evangelische Kindertagesstätte St. Moritz in Taucha,  die Kita Bärchen in Eilenburg, die Kita Spatzenhaus in Bad Düben, die Kneipp-Kita Kleine Sackhupper in Dahlen sowie die Kitas Bärentatzen und Käthe Kollwitz in Torgau.

Schenderlein: „Pandemiebedingte Lernrückstände und die vielen aus der Ukraine geflüchteten Kinder verdeutlichen den akuten Handlungsbedarf mehr denn je. Und was macht die Ampel? Sie benachteiligt die Benachteiligten noch einmal. Wenn die Kinder später einmal zu den Einschulungstests müssen, wird der Aufschrei groß sein. Zu einem späteren Zeitpunkt aufzuholen, was hier in jungen Jahren versäumt wird, ist für die Betroffenen ungleich mühsamer und für die Staatskasse deutlich teurer.“ Die Unionsfraktion fordert deshalb das Bundesprogramm zur Förderung der Sprach-Kitas fortzusetzen. Außerdem verlangen die Unionspolitiker, dass im Rahmen des Gesetzentwurfes zur Weiterentwicklung des sogenannten Gute-Kita-Gesetzes die im Bundeshaushalt vorgesehenen Mittel für die Jahre 2023 und 2024 ausschließlich für Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in der Kinderbetreuung verwendet werden dürfen.

„Die Ampel argumentiert, dass die sprachliche Förderung im neuen „Gute-Kita-Gesetz II“ enthalten sei. Doch das ist eine Täuschung. Denn sie hat nicht das Fördervolumen erhöht. Das Budget des neuen „Gute-Kita-Gesetz II“ entspricht dem alten „Gute-Kita-Gesetz“. Gestrichen wurden aber die Förderprogramme Sprach-Kitas, die Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher sowie das Programm Kita-Einstieg. Es stehen mehrere hundert Millionen Euro weniger für die frühkindliche Bildung zur Verfügung. Die Ampel trickst und schummelt. Verantwortliches Regieren sieht anders aus.“, erläutert Christiane Schenderlein.

Bereits jetzt hätten sich schon viele der rund 7.500 Fachkräfte in den Sprach-Kitas nach anderen Jobs umgesehen. Es drohe „der Zusammenbruch etablierter pädagogischer Strukturen und ein Aderlass an pädagogischem Personal – bei sowieso angespannter Personalsituation“, so Schenderlein. Die CDU werde für den Erhalt der Sprach-Kitas kämpfen: „Das sind wir den Jüngsten und Schwächsten unserer Gesellschaft schuldig. Nicht nur weil Sprache der Schlüssel zu einer besseren Welt ist, sondern weil Kinder unsere Zukunft sind.“

Nordsächsische Bürgerinnen und Bürger können der Bundesregierung gegenüber direkt ihren Unmut über den Wegfall der Sprach-Kitas ausdrücken. Derzeit läuft eine Petition im Petitionsausschuss des Bundestages. Mehr als 14.000 Unterzeichner unterstützen die Forderungen der Petition bereits. Jede weitere Mitzeichnung verdeutlicht den Irrweg der Ampelregierung.

Unter https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2022/_08/_01/Petition_137016.nc.html ist eine Mitzeichnung möglich.

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Hintergrund:
Den Antrag der Unionsfraktion zur Fortsetzung des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ (20/3277) finden Sie hier:

https://dip.bundestag.de/drucksache/qualität-in-der-kinderbetreuung-sicherstellen-bundesprogramm-sprach-kitas-weil/262726